Pressestimmen "Rhapsody in Blue" für Orgel + Jazztrio

Gershwins „Rhapsody in Blue“ neu eingerichtet

 

Auszeichnung: Stern der Woche

 

 

Die Musiker Olaf Kordes, Wolfgang Tetzlaff, Karl Godejohann und Jürgen Sonnentheil haben dem Publikum ein großes musikalisches Erlebnis beschert

 

 

Die „Rhapsody in Blue“ ist ein faszinierendes Werk. Der junge George Gershwin schuf 1924 ein orchestrales Stück, das als Innovation Jazzelemente einbezog, zur Uraufführung notgedrungen auch Improvisationen. An diese Tradition knüpft der Bielefelder Pianist Olaf Kordes mit seiner Neueinrichtung an, die am vergangenen Wochenende in der Bielefelder Neustädter Marienkirche erstmals aufgeführt wurde.

Das Trio Kordes -Tetzlaff - Godejohann, welches mit der seit der Premiere 2006 jährlich wiederholten Aufführung von Oscar Petersons „Easter Suite“ in der Süsterkirche dem Jazz zu stärkerer Verankerung im Kirchenmusikleben verholfen hat, sorgt mit seiner Flexibilität für variantenreiche rhythmische Ausdeutung der Leitmotive in Gershwins Komposition und spannende Solopassagen.

Das fein ausbalancierte Zusammenspiel mit Jürgen Sonnentheil aus Cuxhaven an der Eule-Orgel entwickelt eine eigene Strahlkraft. Für das einer vielköpfigen, hochgestimmten Zuhörerschaft in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Stadtkantorat Bielefeld bescherte Musikerlebnis der Neueinrichtung der „Rhapsody in Blue“ von George Gershwin verleihen wir den Musikern Olaf Kordes, Wolfgang Tetzlaff, Karl Godejohann, Jürgen Sonnentheil unseren Stern der Woche.

Eine Initiative der Neuen Westfälischen (NW), der Lippischen Landes-Zeitung (LZ) und des Haller Kreisblatts (HK).

Rainer Schmidt, NW, 19.10.2019

Kreativität trifft auf Spielfreude

Rhapsody in Blue begeistert in einer Fassung für Orgel und Jazztrio

 

- Dass die Leute vor einem Konzert in der Kirche Schlange stehen, kommt auch nicht alle Tage vor

- ausverkauftes Haus

- Entstanden ist eine Fassung, bei der die Orgeltranskription von Barry Jordan und die vom Jazztrio improvisierten Teile nahtlos organisch ineinander übergehen, ohne dass der ursprüngliche Charakter des Werkes verlorgen geht.

- Kreativität und Spielfreude verstärken die impressionistische Energie des Werks.

- Themen und Motive des Werkes werden rhythmisch und melodisch nach allen Regeln der Improvisationskunst zerlegt, geweitet, verdoppelt.

- Und natürlich dürfen die entsprechenden Soli nicht fehlen.

- Rauschender Beifall

- restlos begeistertes Publikum

- Standing Ovations
 

Uta Jostwerner, WB, 15.10.2019

 

Orgel und Jazz in der Marienkirche

 

Konzert: Das Evangelische Stadtkantorat Bielefeld hatte zur Neueinrichtung der berühmten „Rhapsody in Blue“ von George Gershwin geladen. In der Kirche wurde es voll

 

 

- In seiner Neueinrichtung der „Rhapsody in Blue“ von George Gershwin für Orgel und Jazz-Trio, die er mit jazztypischen Improvisationparts anreicherte, knüpft der Bielefelder Pianist Olaf Kordes an die turbulente Entstehungszeit des Werks an. Denn Gershwin selbst improvisierte während der New Yorker Uraufführung den Klavier-Teil. Vom Orchesterleiter Paul Whiteman mit lediglich drei Wochen Vorbereitungszeit beauftragt, verfügte er über keine ausnotierte Piano-Partitur.

 

In seiner Fassung orientierte sich Kordes natürlich an Motivstruktur und Klangidealen der von Ferde Grofé nachträglich arrangierten Fassung für Solo Klavier und großes Orchester. Dessen Part wurde glänzend repräsentiert durch den Organisten Jürgen Sonnentheil, der seinen auf wesentliche Akzente konzentrierten Part ohne jegliches Dominanzstreben ausfüllte, wobei er an der Eule-Orgel viel mit

grundtönigen, rein schwingenden Registern arbeitete. 

 

Eine reiche Auswahl an Blue Notes, die dem uramerikanischen Werk als damals neu eingeführter Begriff den Namen gaben, Zugriff auf moderne Jazzharmonik und ausgeklügelte rhythmische Varianten der Leitmotive in Gershwins Komposition kennzeichnen die frei gehaltenen Einsätze des Pianisten.

 

Auch seinen unter anderem von vielen Aufführungen von Oscar Petersons „Easter Suite“ in Kirchen und Konzertstätten bewährten Mitspielern Wolfgang Tetzlaff und Karl Godejohann hat er Solopassagen zugewiesen.

 

Tetzlaff betätigte sich am Kontrabass mit klarer melodischer Artikulation in an gezupftes Cello erinnernder Tongebung, 

 

Godejohann löste sich in seinem Solo von Fellen und Becken, hielt sich jedoch nah an die Rhythmik der Leitmotive. Der trockene Klang der eigentlich nicht für Bearbeitung mit den Schlegeln vorgesehenen Teile des Schlagzeugs brachte dies gut zur Geltung.

 

Schließlich spürt es hier in der Neustädter Kirche, wo der Orgeltisch nicht fernab vom Auditorium steht, die Unmittelbarkeit des Geschehens, welche die Improvisation eben ausmacht. Und das mit schöner Regelmäßigkeit, da die Begegnung von Orgel und Jazz jeden Oktober stattfindet.

 

NW, Rainer Schmidt, 15.10.2019